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Deutschland hat sich zur Einhaltung
ehrgeiziger Klimaziele verpflichtet und möchte eine Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz einnehmen. „Jeder
Baum, der fehlt, fehlt uns als Mitkämpfer gegen den Klimawandel“, sagte die Ministerin Klöckner. Sie hat Recht, Umweltschutz ist Baumschutz. Wälder könnten zwei Drittel der menschengemachten CO2-Belastung
ausgleichen, speichern Wasser und bieten unzähligen wichtigen Organismen einen Lebensraum. Kurz gesagt: Wälder sind für das Überleben der Menschheit unverzichtbar. Um nicht weniger geht es bei der Great Green Wall Initiative in der Sahelzone. Die
Große Grüne Mauer, eine von der Afrikanischen Union geführte Initiative, soll ein 8.000 km langes und 15 km breites grünes Band vom Senegal nach Djibouti wachsen zu lassen.

Nach zehn Jahren bringt die Initiative bereits wieder Leben in die degradierten Landschaften der Sahelzone, und zwar in einem noch
nie dagewesenen Ausmaß. Sie bietet Millionen Menschen Ernährungssicherheit, Arbeitsplätze
und einen Grund zum Bleiben. Die Grüne Mauer verspricht eine überzeugende Lösung für die vielen Bedrohungen, denen nicht nur der afrikanische Kontinent, sondern die Weltgemeinschaft insgesamt
ausgesetzt ist - Klimawandel, Dürre und Hungersnöte.

Die Erfolge sprechen für sich: In Nigeria wurden fünf Millionen Hektar Land wiederhergestellt und dabei 20.000 Jobs geschaffen. In Senegal konnten mehr als elf Millionen
Bäume gepflanzt und 25.000 Hektar Land wieder fruchtbar gemacht werden. Ein Vorzeigeprojekt, das von der Regierung unterstützt wird?

Mit Worten und guten Absichten
gegen den Klimawandel

Klimaschutz war vor der Pandemie das Thema, um das sich die Politikerinnen und Politiker stritten. Insbesondere die junge Generation forderte im lauter ein, dass die CO2-Bilanz gesenkt werden müsse. In Anbetracht des Potenzials der jungen Wählerschaft, den mahnenden Worten von Wissenschaftlern und den zu erwartenden volkswirtschaftlichen
Schäden wie Gesundheitsschäden
durch erhöhte Krankheitsgefahren, Ernteausfälle, Störungen in der Energiebereitstellung und einen Anstieg der Waldbrände, sah sich die Regierung veranlasst zu handeln.
Auch die Europäische Union bekennt sich zur Klimaneutralität. Aber nicht nur auf nationaler und europäischer
Ebene wird mit großen Worten und
guten Absichten, für den Klimaschutz geworben. Auch Minister Müller sagte:

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„Klimaschutz ernst nehmen heißt: Wir müssen nicht nur im eigenen Land handeln, sondern vor allem unser Engagement für den globalen
Klimaschutz massiv ausbauen. Denn Klimaschutz ist eine Überlebensfrage der Menschheit."


Die Richtung ist eindeutig,
oder?

Der Umweltschutz hat auf der europäischen und der deutschen Politikagenda seinen festen Platz gefunden und der Minister selbst
erkennt, dass Klimaschutz nicht national gedacht werden kann. Man sollte daher annehmen, dass politische Einigkeit besteht, den Wald zu schützen.


Die Praxis aber beweist das Gegenteil. Auf nationaler Ebene wurden Förderprogramme für Waldbesitzer verabschiedet. Die Hilfen kommen nur schleppend an und fördern teure Maschinen, statt einem nachhaltigen
Waldumbau. Fachleute gehen von einem Schadholzbefall von 171 Millionen Kubikmeter und einer Fläche von 277.000 Hektar aus, die wiederbewaldet werden muss. Die
Reaktion auf meine Idee, eine Waldgeberkonferenz zur Aufforstung zu initiieren, war eindeutig: Nicht mit diesem Parlament! Auch die EU rühmt sich mit ihren ambitionierten Plänen. Darum droht Rumänien auch ein Vertragsverletzungsverfahren, denn es
rodet seinen kostbaren Urwald. Die EU
mahnt, Deutschland importiert weiter Holz aus dem osteuropäischen Land.
So ist es leider auch kaum überraschend, dass die „Große Grüne Mauer", einen 8.000 Kilometer langen Wald, keine Unterstützung bekommt. Eine monetäre Unterstützung des
Projekts wird durch die Union und SPD
blockiert. Frau Josefa Leonel Correia Sacko, die Kommissarin für ländliche Wirtschaft und Landwirtschaft der Afrikanischen Union, machte sich sogar stark für das Projekt im Parlament. Ihre Worte blieben ungehört.

Auch als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für das Projekt warb und seine Unterstützung zusagte, fand das Projekt keine Zustimmung im Parlament. Es bleibt bei großen Worten und guten Absichten. Die Regierung verweist auf andere Projekte und
erteilt dem Multilateralismus und auch dem Klimaschutz damit wieder eine freundliche Abfuhr.

Die Regierung darf Klimaschutz
nicht länger als PR-Masche nutzen

Global betrachtet steht der Wald unter
Druck: In Afrika wird der Wald massiv abgeholzt. Nach Angaben der UN Ernährungs- und Landwirtschaftsbehörde FAO
sorgen das hohe Wachstum der Bevölkerung und das Bedürfnis kleiner Bauern, sich mit der Rodung von Wald ihre Existenzgrundlagen zu sichern, dafür, dass in Afrika weltweit am meisten Wald verschwindet.
Doch bis zur Vollendung ist es noch ein weiter Weg – physisch wie finanziell. Umso wichtiger bleibt die internationale Unterstützung,
um schnell mehr Wald für den Klimaschutz zu schaffen. Mit ihrem umfassenden Waldportfolio und der finanziellen Unterstützung diverser kleinerer und mittlerer Walderhaltungsprojekte
weltweit könnte die Bundesregierung einen wertvollen Beitrag leisten.

Die Ignoranz, mit E-Autos, Prämien und bürokratischen Förderprojekten den Klimawandel zu stoppen, ist erschreckend. Statt unzähligen Förderprogrammen und immer
neuen Initiativen muss Deutschland konkrete Projekte mit messbarem Erfolg unterstützen, wie die Great Green Wall.

Es ist bedauerlich, dass sich die Mehrheit des Deutschen Bundstages substantieller Diskussionen verweigert. Projekte, die die Nachhaltigkeit wirklich stärken, sollten Konsens im Hohen Haus sein. Oder zumindest würdig
diskutiert und abgewogen werden – und nicht wie Ramschware durch das Parlament gepeitscht werden.

Dr. Christoph Hoffmann, MdB

 

 

sahelzone
Einsatz des FDP Politiker Dr. Christoph Hoffmann für den „Great Green Wall”
© 2021 FDP Kreisverband
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Sahelzone (blau eingefärbt)
auf dem afrikanischen Kontinent.
© Wikipedia